Reichweite ist kein Erfolg - Warum Marketing sich oft lieber wichtig macht als wirksam

Mehr ist nicht mehr.

Reichweite ohne Wirkung ist nur Bewegung im Nichts.

 

Reichweite ist die liebste Lüge des Marketings.
Sie gaukelt Größe vor, wo vielleicht nur Lautstärke ist. Sie liefert Zahlen, wo sonst Argumente fehlen. Sie schafft Beruhigung – vor allem bei denen, die nicht wissen, ob ihre Botschaft überhaupt jemanden erreicht.

„Wir haben 200.000 Menschen erreicht.“
Ja. Aber haben 200.000 Menschen etwas verstanden?

Reichweite bedeutet gesehen werden – Wirkung bedeutet gemeint sein.

Der Fetisch der großen Zahl

Reichweite gibt Sicherheit. Sie füttert Reportings, rechtfertigt Budgets und beruhigt Führungsebenen.
Das Problem: Sie misst alles – außer Bedeutung.

Eine Botschaft, die für alle gedacht ist, trifft am Ende oft niemanden. Wer jedem gefallen will, überrascht keinen.

Reichweite bestraft Tiefe. Sie belohnt Harmlosigkeit.

 

Gesehen wird man oft. Erinnern tut man sich selten.

Viele Unternehmen glauben, dass Sichtbarkeit ihr größtes Problem sei.
In Wahrheit ist es Austauschbarkeit.

Die Frage ist längst nicht mehr: „Wie werde ich gesehen?“
Sondern: „Warum sollte sich jemand an mich erinnern?“

Man kann Millionen Menschen erreichen – und trotzdem niemanden bewegen.
Denn Aufmerksamkeit lässt sich kaufen.
Resonanz nicht.

 

 

Wenn Reichweite uns klein macht

Große Reichweite verführt zur Anpassung. Man vermeidet Haltung, um niemanden zu verlieren.
Doch genau das verliert Wirkung.

Man spricht über Themen, die „funktionieren“. Man sagt Dinge, die „allen gefallen könnten“.
Und merkt nicht, dass man längst nichts mehr sagt.

 

Ein Gegenbeispiel – Wirkung vor Volumen

Studien zeigen seit Jahren: Audiowerbung erzielt in Teilen doppelt so hohe Wirkungswerte wie reichweitenstarke Social-Kampagnen.
Nicht, weil sie mehr Menschen erreicht. Sondern weil sie Menschen erreicht, die zuhören.

Reichweite erzeugt Kontakt. Wirkung erzeugt Beziehung.

Wem gilt deine Botschaft?

Wer Reichweite jagt, verliert Haltung. Wer Wirkung sucht, gewinnt Fokus.

Die entscheidende Frage im Marketing lautet nicht:
„Wie viele haben es gesehen?“
Sondern:
„Wer hat sich erkannt?“

 

Fazit: Zahlen sind leicht. Bedeutung ist schwer.

Reichweite lügt dich (oft) an..
Wirkung zahlt sich aus .
Und Relevanz? Die ist unbezahlbar.

 

 

Constantin Wurch
Über den Autor

Constantin Wurch

Constantin Wurch ist Vermarktungsleiter Audio & Digital bei der Münsterländische Medien Service GmbH & Co. KG (MMS) – dem Audiovermarkter im Münsterland.

Er verantwortet die Vermarktung von Antenne Münster, Radio RST, Radio WMW und Radio Kiepenkerl und unterstützt Unternehmen dabei, Marketing wirksam und zukunftsfähig einzusetzen.

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