Stillstand verkauft nicht.
Warum gute Schaufenster ständig in Bewegung bleiben – und wie Visual Merchandising Emotion in Umsatz verwandelt.
Auch im digitalen Zeitalter entscheidet oft der erste Blick durch die Scheibe.
Das Schaufenster ist das älteste, günstigste – und oft unterschätzteste – Werbemittel im Einzelhandel.
Trotz E-Commerce investieren deutsche Händler jährlich rund 80 Millionen Euro in ihre Schaufenstergestaltung. Und das aus gutem Grund:
Der erste Eindruck verkauft
Visual Merchandising bedeutet, Verkauf visuell zu steuern.
Es geht darum, Produkte erlebbar zu machen – mit Atmosphäre, Emotion und Haltung.
Das Schaufenster ist dabei der erste Kontaktpunkt zwischen Marke und Mensch. Es soll nicht nur zeigen, was Du verkaufst, sondern warum man bei Dir kaufen sollte.
Ein gelungenes Schaufenster …
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weckt Aufmerksamkeit,
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macht neugierig,
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und führt den Blick bewusst in den Laden hinein.
Denn was draußen passiert, entscheidet, ob drinnen Umsatz entsteht.
Drei Grundtypen des Schaufensters
1. Stapelfenster – Viel hilft viel?
Zeigt Menge, suggeriert Preisvorteil. Funktioniert im Discount- oder Aktionsumfeld,
wirkt aber schnell beliebig.
2. Anlassfenster – Emotion statt Routine
Bezieht sich auf Themen oder Jahreszeiten („Frühlingserwachen“, „Sommer im Münsterland“, „Schon wieder eine Triefnase?“).
So schaffen Sie Nähe und Relevanz – mit Humor, Witz oder einem Augenzwinkern.
3. Prestigefenster – Weniger ist mehr
Setzt ein einzelnes Produkt in Szene. Wirkt hochwertig, reduziert und exklusiv.
Ideal für Marken, die nicht laut, sondern besonders sein wollen.
Aufmerksamkeit in Bewegung
Studien zeigen: Die Laufgeschwindigkeit in Innenstädten hat deutlich zugenommen.
Heißt: Das Schaufenster muss in Sekunden wirken.
Was stoppt Passant:innen wirklich? Ein starker Blickfang.
Das kann eine überraschende Farbe sein, ein ungewöhnliches Objekt, ein übergroßes Deko-Element oder schlicht ein klarer Gedanke.
Wichtig: Alles, was den Blick einfängt, muss zur Marke passen.
Sonst verpufft der Effekt.
Persönlichkeit schlägt Perfektion
Große Ketten inszenieren oft schöne, aber seelenlose Schaufenster – austauschbar, glatt, perfekt.
Das ist Deine Chance. Gerade kleine, regionale Geschäfte punkten mit Persönlichkeit.
Zeige Haltung. Erzähle Deine Geschichte.
Wer Persönlichkeit zeigt, wird gesehen – wer nur kopiert, bleibt unsichtbar.
8 Tipps für Schaufenster, die verkaufen
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Mut zur Lücke – Überladen wirkt planlos. Weniger Produkte, mehr Fokus.
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Blickrichtung beachten – Menschen sehen von links oben nach rechts unten. Führe den Blick gezielt.
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Dreidimensional denken – Nutze Tiefe und Höhe. Arbeite mit verschiedenen Ebenen.
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Regelmäßig verändern – Spätestens alle 4–6 Wochen neu gestalten. Bewegung hält frisch.
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Schwellenangst abbauen – Transparente Fenster, „Willkommen“-Schilder oder warme Beleuchtung senken Hemmschwellen.
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Licht gezielt einsetzen – Arbeite mit Spots und Lichtinseln. Helligkeit lenkt den Blick.
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Innen und Außen verbinden – Greife das Schaufenster-Thema im Ladeninneren wieder auf.
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Sauberkeit ist Pflicht – Staub, tote Insekten oder Fingerabdrücke zerstören jede Wirkung – und jedes Image.
Emotion verkauft
Ein gutes Schaufenster löst etwas aus – Staunen, Lächeln, Neugier.
Es bringt Menschen dazu, stehen zu bleiben, hineinzugehen, zu entdecken.
Und genau das ist der Anfang jeder Kundenbeziehung.
Denn am Ende gilt:
Und wer es glaubwürdig hält, verkauft mehr als Produkte – er verkauft Emotion.
Constantin Wurch
Constantin Wurch ist Vermarktungsleiter Audio & Digital bei der Münsterländische Medien Service GmbH & Co. KG (MMS) – dem Audiovermarkter im Münsterland.
Er verantwortet die Vermarktung von Antenne Münster, Radio RST, Radio WMW und Radio Kiepenkerl und unterstützt Unternehmen dabei, Marketing wirksam und zukunftsfähig einzusetzen.
